DIE WELT.de
Suche
Home
Welt am Sonntag
Aktuell

Politik
Wirtschaft
Finanzen
Sport
Vermischtes
Kultur
Literarische Welt
Medien
Wissenschaft

Forum
Magazin

Berlin
Hamburg

Reisewelt
Auto, Motor, Boot
Karrierewelt
Immobilien

Archiv
7-Tage-Übersicht
TV-Programm
Newsletter
Bildschirmschoner

Impressum
Datenschutz
Kontakt

EUROPEAN DAILIES ALLIANCE
Home Wissenschaft Leserbrief Druckversion Artikel versenden

Attowissenschaft untersucht Prozesse, die milliardenmal kleiner als Nano sind

von Norbert Lossau

Der Physiker Ferenc Krausz, Professor an der Universität München und Forscher am Garchinger Max-Planck-Institut für Quantenoptik, wird heute in Berlin mit dem Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis 2006 der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet - ein begehrter Forschungspreis, der mit 1,55 Millionen Euro dotiert ist. Krausz gilt als Begründer der sogenannten "Attowissenschaften".

Unter einem Millimeter kann sich noch jeder etwas vorstellen. Bei einer Millisekunde wird es schon schwieriger, denn für den tausendstel Teil einer Sekunde haben wir nicht mehr wirklich ein Gefühl. Bei Sportwettkämpfen geht es gleichwohl um Millisekunden. Wenn alles noch tausendmal kleiner wird, erreichen wir die "Mikrowelt". Die Mikroelektronik heißt so, weil die Strukturen auf den Mikrochips eben von der Größenordnung eines Mikrometers, also eines millionstel Meters, sind. Sehen kann man dies nur mit Hilfe eines guten Mikroskops. Aber was geschieht in einer Mikrosekunde? Nun, in dieser Zeitspanne kann ein Lichtstrahl immerhin eine Strecke von 300 Metern zurücklegen.

Seit einigen Jahren heißt das Zauberwort der Wissenschaft aber "Nanotechnik". In der Nanowelt ist alles noch einmal tausendmal kleiner als in der Mikrowelt. An die Begriffe Nanometer (milliardstel Meter) und Nanosekunde (milliardstel Sekunde) haben sich schon viele Menschen gewöhnt. Noch hat die Nanotechnik der Mikrotechnik nicht den Rang abgelaufen, da stoßen Wissenschaftler wie Ferenc Krausz die Tür bereits zum Atto-Reich auf. Dort ist alles noch kleiner - eine Milliarde mal kleiner als in der schon unvorstellbar winzigen Nano-Welt. Krausz ist es gelungen, ultrakurze Röntgenblitze zu erzeugen, die nur eine Dauer von 300 Attosekunden haben. "Man weiß, daß Licht innerhalb von einer Sekunde unseren Globus zehnmal umrunden kann", so Krausz, "doch in einer Attosekunde kommt das Licht dagegen weniger als einen millionstel Millimeter weit, es kommt gerade noch von einem Ende eines kleineren Moleküls zum anderen." Und deshalb kann man mit einem solchen Laser die Bewegung von Molekülen, Atomen, ja sogar von Elektronen erforschen. Krausz gelang es, mit Hilfe von Attosekunden-Pulsen Umstrukturierungen innerhalb von Atomen und Molekülen zu beobachten - und sogar zu steuern. Herzlichen Glückwunsch Herr Krausz!

Artikel erschienen am Mi, 8. Februar 2006


Alle Artikel vom 8. Februar 2006

Leserbrief Druckversion Artikel versenden

oben
DER KLONSKANDAL
Forscher als Fälscher: Hwang Woo Suk - Aufstieg und Fall

14.1.: Erstes Foto vom Titan
2005 in Bildern - Wissenschaft


11:09 Analyse zum IT-Arbeitsmarkt: «Trendwende geschafft»
10:08 Anklage gegen Ex-Chef japanischer Internetfirma Livedoor
08:52 Vogelgrippe: Stallpflicht schon in den nächsten Tagen
08:50 Stallpflicht in Deutschland wegen Vogelgrippe in den nächsten Tagen
08:11 Studie: Wieder mehr Jobs für IT-Experten
weitere aktuelle Meldungen





GROSSER IQ-TEST DER WELT
Test A
Test B
Auflösungen

Impressum | Datenschutz | Kontakt | Archiv | Abo & Service | Anmeldung