Wissenschaftler vom
Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching erforschen mithilfe
von Laserlicht, wie sich Elektronen in Atomen verhalten
Ferenc Krausz und sein Team vom Max-Planck-Institut für Quantenoptik in
Garching erforschen, wie sich Elektronen in Atomen verhalten, wie
schnell sie ihre Umlaufbahn um den Kern wechseln und wie viel Energie
sie dabei freisetzen.
Viele
dieser Vorgänge sind kürzer als das Milliardstel einer Milliardstel
Sekunde – eine Zahl mit 17 Nullstellen hinter dem Komma. Erst wenn man
den Augenblick des Falterflügelschlags eine Million Mal unterteilt und
diese Zeitspanne noch einmal in 100 Millionen Momente zerstückelt,
gelangt man in die Welt der Attosekundenphysik, als deren Begründer
Krausz gilt.
In diesem Kosmos der Quanten verlieren die Gesetze
der Mechanik ihre Gültigkeit. Weit entfernte Objekte sind auf
geisterhafte Weise miteinander verknüpft. Energieänderungen und
Teilchenbewegungen erfolgen nur noch sprunghaft, nicht mehr
kontinuierlich. Bewegung und Aufenthaltsort eines Teilchens lassen sich
nicht gleichzeitig exakt bestimmen. Die Natur des Lichts, das Wellen-
und Teilcheneigenschaften zugleich besitzt, steuert jenseits der
Gesetze der Schwerkraft Phänomene, die längst noch nicht alle geklärt
sind.
Wenn Elektronen springenEines der
spannendsten Ereignisse im Quantenkosmos sind schnelle
Elektronensprünge. Sie finden zum Beispiel statt, wenn Licht auf Atome
trifft. Atome bestehen in ihrem Kern aus Protonen. Um sie herum kreisen
die viel leichteren Elektronen. Das Licht gibt seine Energie an die
Elektronen des Atoms ab, dabei werden sie auf eine höhere Umlaufbahn um
das Atom gehoben. Beim Zurückfallen können die Elektronen wiederum
selbst Energie aussenden. Die angeregten Elektronen bewegen sich in
wenigen Attosekunden von einer Position im Atom zu einer anderen.
Um
diese Vorgänge zu studieren, senden die Garchinger Physiker zwei
Laserimpulse sehr kurz nacheinander aus. Der erste Blitz regt die
Elektronen in einem Gas an, sodass sie sich bewegen. Der zweite
Lichtstrahl beobachtet die Reaktion der Teilchen. Durch die Anregung
geben die negativ geladenen Teilchen selbst wieder Energie ab.
Diese
können die Physiker messen. Dadurch ziehen sie Rückschlüsse auf die
Wanderwege der Teilchen. „Das Prinzip ist so ähnlich wie bei der
Fotografie“, sagt Krausz. „Je kürzer die Verschlusszeit bei der Kamera
ist, desto schärfer werden die Bilder, die man von einem Objekt
erhält.“ Je kürzer also die Physiker die Pulse des
Beobachtungs-Laserblitzes staffeln, desto schärfer werden die
Darstellungen der rasenden Teilchen in der Quantenwelt.