25.10.2007 | Welt der Stoffe
Physiker loten Tempogrenzen für elektronische Schaltkreise aus
Garching - Mit etwa 5000 Kilometern pro Sekunde rasen Elektronen durch
leitfähige Drähte. Die kurzen Strecken zwischen den Metallatomen legen sie
innerhalb von Attosekunden zurück; das sind 0,000 000 000 000 000 001 Sekunden.
Ein internationales Forscherteam um Ferenc Krausz konnte nun am Max-Planck
Institut für Quantenoptik in Garching das Tempo der Elektronen exakt bestimmen.
Ihre Messungen, die sie in der Zeitschrift "Nature" veröffentlichen, zeigen,
dass Mikrochips prinzipiell bis zu 100.000mal schneller getaktet werden könnten
als heute.
"Diese Resultate belegen, dass Attosekunden-Messungen ein
gutes Werkzeug sind, um fundamentale elektronische Prozesse in Festkörpern und
auf Oberflächen zu untersuchen", berichten die Physiker. Für ihre
"Elektronen-Stoppuhr" strahlten die Forscher ultrakurze Pulse (300 Attosekunden
Länge) eines extrem ultravioletten Lichts auf ein winziges Stück Wolfram. Dabei
werden sowohl freie als auch an Atome gebundene Elektronen so angeregt, dass sie
aus dem Metall austreten können.
Mit einem geschickten Aufbau aus einem
Infrarot-Laserstrahl und einem Elektronen-Detektor bestimmten Krausz und
Kollegen nun die Ankunftszeit der freigesetzten Elektronen. Dabei erreichten die
vorher freieren Elektronen, die für die elektrische Leitfähigkeit von Metallen
verantwortlich sind, ihr Ziel deutlich vor den zuvor an Atome gebundenen
Elektronen. Für den rund einen halben Nanometer großen Abstand zwischen zwei
Wolfram-Atomlagen benötigen die schnelleren etwa 110 Attosekunden weniger als
die langsameren Elektronen.
Dieses Experiment in Garching soll zunächst
die Grundlagen des Elektronentransports in Festkörpern erklären helfen. Doch
können die Ergebnisse auch den Weg zur Entwicklung von ultraschnellen
Schaltkreisen der Zukunft ebnen. Denn zwei benachbarte Atomlagen bilden den
kürzesten möglichen Abstand, zwischen denen Elektronen hin und her geschaltet
werden könnten. Die Messungen zeigen nun, dass diese Taktrate maximal 100.000mal
kürzer sein könnte als in den schnellsten heute verfügbaren Mikrochips.
Quelle: Wissenschaft aktuell
erstellt: 25.10.2007
aktualisiert: 25.10.2007
von: Jan Oliver Löfken
(URL: http://www.weltderphysik.de/de/3809.php)
(URL: http://www.weltderphysik.de/de/1049.php)
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(URL: http://www.weltderphysik.de/de/1509.php)
(URL: http://www.weltderphysik.de/de/4245.php?ni=585)
(URL: http://www.weltderphysik.de/de/4245.php?ni=311)
(URL: http://www.weltderphysik.de/de/4245.php?ni=218)
"Attosecond spectroscopy in condensed matter", A. L. Cavalieri et al., Nature, Vol. 449, S. 1029 (URL: http://dx.doi.org/10.1038/nature06229)
Garching (URL: http://www.mpq.mpg.de/)
(URL: http://www.attoworld.de/)
(URL: krausz@lmu.de)
(URL: http://www.attoworld.de/gallery.html )
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